Wir waren nun etwas mehr als 3 Monate in Schweden und haben hier den Sommer verbracht. Mein Fazit fällt zwiespältig aus.

Schweden ist immer noch und immer wieder ein wunderbares Land. Da wir nun über 3 Monate hier verbracht haben, kann ich natürlich viel besser reflektieren.
Zuerst einmal ist die schwedische Natur mit den unglaublich schönen Landschaften sehr beeindruckend. Wir als Fischköppe lieben natürlich das Meer, aber auch hier in Schweden wird es – zumindest im südlichen Teil des riesigen Landes – zunehmend schwieriger, kostenlose und schöne Stellplätze an der Küste zu finden! Entweder sind diese mittlerweile reglementiert (Höhe, Gewicht, Parkzeitraum) oder sie sind mit Campern überfüllt. Und diese Reisenden zeigen meist ein unmögliches, egoistisches und unverständliches Campingverhalten auf diesen STELLPLÄTZEN! Es ist sehr traurig aber auch nachvollziehbar, dass durch solches Auftreten immer mehr dieser tollen, von den Gemeinden meist kostenlos zur Verfügung gestellten Plätze verloren gehen. Je weiter nördlich wir kamen, desto menschenleerer wurde es und wir entdeckten viele wunderschöne einsame Plätze mitten in der Natur und wir fanden sehr schnell großen Gefallen an dieser friedlichen Ruhe und Einsamkeit. Anne und ich waren sehr überrascht von der Schönheit Schwedens im Landesinneren! Auch wenn wir es aufgrund der Defekte am Wohnmobil nicht ganz hoch in den Norden schafften, verzauberte uns das südliche Lappland mit seiner Landschaft, den vielen Seen und Natürlichkeit zutiefst! Wir haben zwar keine Elche, Rentiere und Polarlichter gesehen, aber eine unglaubliche Ruhe und Zufriedenheit gefunden.

Aus meiner Erfahrung aus mehreren Skandinavienreisen mit dem Motorrad muss ich leider auch feststellen, dass sich der schwedische Straßenverkehr sehr verändert hat und das nicht zum Guten. Vor knapp 30 Jahren (😱🫣) war hier noch alles tiefenentspannt auf den Straßen. Man nahm gegenseitig Rücksicht, drängelte nicht, hielt Abstand, wartete geduldig und Horn und Lichthupe wurden nur zur Begrüßung genutzt. Heute ist es auch hier in Schweden hektischer und rücksichtsloser geworden. Warum das so ist, kann ich nicht erklären. Dafür wurde es im Norden auch auf den Straßen merklich ruhiger und leerer. Wir sind teilweise über eine Stunde keinem anderen Auto begegnet und die Routen waren oft traumhaft schön. Und immer noch trifft man hier in Schweden auf unzählige coole Oldtimer (meist amerikanischen Ursprungs 😊) und die sogenannten A-Traktoren. Das sind – offiziell 😂- auf 30 km/h gedrosselte PKW‘s, die von den 16-jährigen Jugendlichen gefahren werden dürfen. Zu 95% sind es alte Volvos und man erkennt sie an dem riesigen Warndreieck am Heck, extremen Tuning und sehr, sehr lauten Auspuffanlagen. Einfach traumhaft 🥰!

Bekanntlich ist Schweden ein teures Pflaster, was die Lebensmittelpreise angeht. Das hat sich nicht geändert und wir mussten uns damit arrangieren. Wir haben uns angewöhnt, hier in den Supermärkten gezielt nach Großverpackungen zu schauen (5kg Mehl, 2kg Reis, 1kg Spaghetti, 24er Packung Eier…), da diese insgesamt günstiger sind und unsere beiden Fressraupen IMMER hungrig sind. Selten bestellen wir mal Essen auf unseren Reisen, aber auch in Schweden gab es mal was außer Haus. Pizza können wir absolut empfehlen, Asiatisch überhaupt nicht! Die Schweden sind bekennende Fast Food Liebhaber und wir haben für uns 2 überraschende Entdeckungen gemacht: die Baumarktkette „Biltema“ hat nicht nur ein sehr umfangreiches Sortiment an Autoersatzteilen und -zubehör (meine Empfehlung für alle, die selbst reparieren wollen oder müssen), sondern auch eine gute Hotdog Auswahl. Sehr schmackhaft und günstig (geht bei 5 SEK = 50 Cent los 👍🏻). Die Burgerkette „MAX“ bietet unglaublich geile VEGETARISCHE!! Gerichte, leckere Smoothies und Shakes an. Und das Ganze in einer ziemlich coolen Dineroptik. Natürlich waren wir auch bei IKEA. Das Angebot ist mit dem in Deutschland vergleichbar und wir haben es vorrangig genutzt, damit Anton und Edgar ins Småland konnten und wir eine Stunde kinderfrei hatten 😅.

Zu guter Letzt mussten wir feststellen, dass es in Schweden so gut wie keine Waschsalons gibt! Laut unserer Recherche gibt es nur in Stockholm und Göteborg jeweils EINEN!! Somit stellt das Wäsche waschen eine kleine Herausforderungen dar, wenn man, so wie wir, kaum Campingplätze ansteuert! Auch wurden wir diesen Sommer kaum von Mücken geplagt, eher von Zecken. Die meisten hatte allerdings unser Kater Jimi nach seinen ausgedehnten Ausflügen in die Natur.

Unser Sommer in Schweden war wundervoll! Wir werden nächstes Jahr bestimmt wieder hierher kommen. Es gibt noch so vieles Spannende und Schöne zu entdecken und wir finden die immer noch vorherrschende skandinavische Gelassenheit einfach gut!

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