Willkommen zurück bei meinem Reiseblog! Der Sommer neigt sich dem Ende zu und wir haben viel erlebt.
Mehr als 2 Monate haben wir in Härnösand bei Sarah und Mike auf dem Campingplatz Sälsten verbracht. Wir hatten von Beiden das Angebot bekommen, diesen Sommer länger zu bleiben und wieder Stellplatz gegen Hand zu machen. Das ist für uns das erste Mal, dass wir so lange Zeit an einem Ort verbringen.
Aber zuerst stand Midsommar und damit Edgars Geburtstag an. Meine Eltern sind den weiten Weg aus Rostock hergekommen und haben sich für eine Woche eine Stuga hier auf dem Campingplatz gemietet. Zusammen feiern wir diesen längsten Tag des Jahres und verbringen ein paar wunderschöne Sommertage. Viele Ausflüge, gutes Essen und tolle Gespräche füllen diese Zeit mit Familienleben aus. Die Woche vergeht wie im Flug und schon heißt es wieder, Abschied nehmen! Wir sehen uns erst zu Opas Geburtstag im Oktober wieder.
Nun beginnt hier wieder unser normaler Alltag. Ich bespreche zusammen mit Sarah und Mike meine Arbeiten hier auf dem Campingplatz. Anne & ich versuchen dann, unsere Arbeitszeit und die Betreuung der Jungs zu organisieren. Ich werde vormittags arbeiten, während Anne mit Anton & Edgar Schule macht und am Nachmittag ich die Kinder übernehme. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten finden wir unsere Routine wieder. Anne hat glücklicherweise gut zu tun für ihre Kunden und auch ich habe einiges an Arbeit vor mir. Die Servicehäuser benötigen einige Reparaturen, die Rezeption braucht einen neuen Anstrich, Rasen mähen, einen neuen Gemeinschaftsplatz herrichten und noch Einiges mehr.
Natürlich kommen auch unsere Jungs nicht zu kurz: wir unterrichten sie gemeinsam, spielen mit ihnen, unternehmen Ausflüge. Außerdem steht noch der neue Anstrich unseres Wohnmobils an: wir möchten die alte weiße Außenhaut in eine Unterwasserwelt verwandeln. Ihr seht, es gibt genug zu tun und wir genießen mit den Schweden den herrlichen Sommer! Gemeinsam grillen, Pizza backen, Eis schlecken und in der Ostsee baden – einfach eine gute Zeit haben. Das sind einige Gründe, warum ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe und ich hoffe, ihr versteht das!
Die Abfahrt aus Härnösand rückt immer näher, da steigt auf einmal Rauch aus unserem Inverter! Ein durchdringender Warnton und eine rote Fehlerleuchte signalisieren Schlimmes. So schnell wie möglich trenne ich alle Verbraucher und den Landstrom. Anne und ich sind geschockt und ratlos! Nachdem wir uns etwas beruhigt und festgestellt haben, dass es nirgendwo im Wohnmobil gebrannt hat, begebe ich mich auf die Suche nach der Ursache. Und das bei meinem sehr bescheidenen elektrischen Verständnis 🫣! Zum Glück arbeitet der Inverter noch, allerdings ist die Wechselrichterfunktion nicht mehr funktionsfähig. Der Landstrom wird also nicht mehr in 230 Volt für die Steckdosen im Wohnmobil umgewandelt. Wir lösen dieses Problem, indem wir mit unser Kabeltrommel den Landstrom direkt ins Wohnmobil legen.
Nun müssen wir aber eine Lösung finden, denn wir wollen ja weiter fahren. Zum Glück ist Anne gut verknüpft in den Sozialen Netzwerken und findet einen deutschen Auswanderer, der sich sehr gut mit der Elektrik von Wohnmobilen auskennt. Dieser lebt nur knapp 1 1/2 Stunden entfernt von uns – das ist für schwedische Verhältnisse gleich um die Ecke! Es stellt sich für uns die Frage, ob der Schaden reparabel ist oder wir einen neuen Inverter kaufen müssen. Nach einem Telefonat mit Markus, verabschieden wir uns von Sarah und Mike und brechen am nächsten Tag auf dorthin.
Mitten im Nirgendwo leben Markus und seine Frau schon seit 7 Jahren hier in Schweden. In Deutschland hatte sich Markus auf die Arbeit an Wohnmobilen spezialisiert. Er baut unseren Inverter aus und nimmt ihn komplett auseinander. Die Ursache für den Defekt ist schnell gefunden: durch Überhitzung sind mehrere Kontakte der Transistoren verschmort! Ersatzteile könnten bestellt und von Markus neu eingelötet werden, jedoch würde es ziemlich lange dauern, bis die Teile geliefert werden und er kann mir nicht garantieren, ob es dann auch wirklich wieder funktioniert. Nach einer Nacht Bedenkzeit entscheiden wir uns, das Nachfolgemodell unseres Inverters neu zu bestellen. Der ist etwas leistungsfähiger, den werde ich hoffentlich selbst austauschen können und zum Glück ist er gerade im Angebot. Trotzdem ein großes Dankeschön an Markus für seine wertvolle Hilfe!
Wir begeben uns auf den Rückweg nach Härnösand, um dort auf das Paket zu warten. Aber vorher nehmen wir noch eine Einladung einer anderen deutschen Auswandererfamilie an, die uns seit 2024 auf unserem Instagram Kanal folgt. Anne und Tina schreiben sich seit dieser Zeit regelmäßig und nun lernen wir sie endlich kennen. Auf einem abgelegenen Bauernhof hat sich die Familie niedergelassen und sind nach über 3 Jahren auf Achse mit ihrem Wohnmobil hier sesshaft geworden. Wir werden sehr herzlich empfangen und die Kinder freuen sich über neue Spielgefährten. Für ein paar Tage bleiben wir hier in der ruhigen Idylle und ich helfe den Beiden auf dem Hof. Wieder einmal eine unerwartete und wunderschöne Begegnung mit lieben, gleichgesinnten Menschen. Es gibt hier noch sehr viel zu tun und ich bekomme das Angebot, gerne länger zu bleiben und zu arbeiten. Aber das Vorhaben verschieben wir auf den nächsten Sommer, denn wir wollen so langsam wieder Richtung Süden, um rechtzeitig zum 80. Geburtstag meines Vaters wieder in Rostock zu sein.
Da unser Wohnmobil mal wieder etwas anderer Meinung war, hat sich unsere Reiseroute immens verändert. Eigentlich wollten wir durch Finnland und über das Baltikum zurück fahren, aber das schaffen wir zeitlich nicht mehr! Deshalb haben wir beschlossen, das Ganze ab nächstem Frühjahr in umgekehrter Richtung zu machen und wir freuen uns schon sehr darauf. Wir haben mittlerweile gelernt, nicht allzu langfristig zu planen und spontan zu bleiben. Denn es kommt oft anders, als wir denken. Aber das ist vollkommen in Ordnung und macht unsere Reise spannend.
Zurück auf dem Campingplatz Sälsten in Härnösand freuen sich Sarah & Mike, uns so schnell wieder zu sehen. Auch für die Woche Wartezeit auf unser Paket gibt es noch genug für mich zu tun.
Endlich ist der neue Inverter da und ich bin ziemlich nervös und angespannt wegen des Umbaus! Hoffentlich passt und funktioniert alles!! Nach viel fluchen, schimpfen und Friemelei ist es geschafft; der neue Inverter ist an seinem Platz und funktioniert fast perfekt. Wir bekommen nur keinen Landstrom ins Wohnmobil (es fliegt immer der FI Schalter raus!), aber da wir auf dem Rückweg nach Rostock nur freistehen wollen und damit autark sind, kümmere ich mich dann dort darum. Es ist hoffentlich nur ein kleiner elektrischer Fehler im Wohnmobil!
Erleichtert, dass wir nun wieder mobil sind, verabschieden wir uns noch einmal von unseren lieben Gastgebern und Freunden und fahren gen Süden. Wir haben uns für die Ostküste Schwedens als Route entschieden und werden auf alle Fälle in Stockholm einen Zwischenstopp einlegen.
Anne findet immer wieder herrlich idyllische Plätze in der Natur. Wir genießen noch einmal die schwedische Landschaft und Ruhe, bevor es wieder belebter wird.
Ach ja, es gab noch eine Panne: wir haben mal wieder Kühlwasser verloren! Aber es war die alte Stelle im Kühlkreislauf, welche ich letzten Sommer hier in Schweden schon repariert hatte. Nach über einem Jahr hat sich diese Verbindung gelöst und ich konnte das Problem relativ schnell wieder beheben.
Es ist und bleibt aufregend, spannend, unvorhersehbar; aber genau das macht es ja für uns einzigartig!
















2 Responses
Was für ein schöner, erlebnisreicher und aufregender Sommer!
Wünsche euch eine reibungslose Weiterfahrt und gutes Ankommen in Rostock.
Dankeschön, wir freuen uns schon sehr auf euch!