Die sehr turbulenten Wochen liegen hinter uns und wir haben einen sehr schönen Stellplatz südwestlich von Granada gefunden. Direkt an einem See gelegen ist es hier wunderbar leer und ruhig. Wir genießen die Zeit miteinander und machen ganz entspannt. Es ist schön, wieder in den eigenen vier Wänden unterwegs zu sein! Am Sonntag kommt als Überraschungsgast die Schweizer Familie und die Kinder spielen sofort wieder super miteinander. Wir haben einen ruhigen Sonntag zusammen und freuen uns schon auf einen letzten gemeinsamen Tag, bevor sich unsere Wege wieder trennen werden. Doch die Guardia Civil hat etwas dagegen: kurz nach dem Abendbrot kommt ein Fahrzeug auf den Platz, klopft bei den Schweizern und uns. Es ist für uns das erste Mal, dass wir von einem Stellplatz weggeschickt werden! Sehr freundlich, aber bestimmt weisen sie uns darauf hin, das übernachten hier nicht erlaubt ist (obwohl wir schon 2 Nächte ungestört hier verbracht haben). Also packen wir alles zusammen, machen die Jungs bettfertig und nach kurzer Beratung entscheiden wir uns für einen Stellplatz ca.10km entfernt in einem kleinen Ort. Da es schon Abends ist, wollen wir nicht mehr so weit fahren. Und obwohl die Schweizer eigentlich noch die Nacht nach Gibraltar durchfahren wollten, entscheiden sie sich dafür, noch einen letzten Tag mit uns zu verbringen. Es sind solche kleinen Gesten, die eine wahre Freundschaft ausmachen!

Der neue Stellplatz zeigt sich gleich von der besten Seite: ab 7 Uhr früh ist genau vor unseren Wohnmobilen ein mobiler Bremsenprüfstand des spanischen TÜV‘s aufgebaut und alle Bauern der Umgebung kommen mit ihren Traktoren vorbei, um diesen Termin zu nutzen. Eine nicht ganz so schöne Geräuschkulisse. Aber ein paar schicke alte Traktoren sind mit dabei. Alle Kinder spielen nach dem Aufstehen gemeinsam draußen auf der Picknickdecke und wir überlegen, wie wir unseren vorerst letzten gemeinsamen Tag mit den Schweizer Freunden verbringen wollen. Joelle schlägt vor, im Ort nach einem Restaurant für das Mittagessen zu suchen und dann noch etwas Kultur-Sightseeing zu machen – eine gute Idee! Zusammen schlendern wir los und natürlich geht es erstmal steil bergauf! Annes Lunge ist hellauf begeistert 🫣. Wir erreichen bald den zentralen Platz mit Spielplatz und mehreren Restaurants. Zum Glück scheint die Sonne, sodass wir draußen Platz nehmen können. Anne bestellt nach dem studieren der Speisekarte erstaunlich souverän auf spanisch für uns alle das Essen und wir sind gespannt, was uns erwartet. Es ist viel los um die Mittagszeit und alle Tische sind belegt. Unser Essen kommt zwar nicht ganz in der richtigen Reihenfolge ( zuerst die Haupt- und dann die Vorspeise 😅) aber es schmeckt und alle werden satt. So gestärkt, wollen wir noch diesen kleinen alten Ort erkunden. Hier gibt es einige historische Sehenswürdigkeiten. Doch unser Spaziergang führt uns in den angrenzenden Canyon, der sehr beeindruckend ist mit seinen Felsformationen und Höhlen. Ein anstrengender, aber interessanter Ausflug für uns alle. Die heißen Quellen in einem alten Römischen Bad, die hier ganz in der Nähe sind, schaffen wir leider nicht mehr (David hatte sie am ersten Abend noch mit dem Fahrrad aufgesucht), aber auch so geht ein herrlicher gemeinsamer Tag mit ein paar Abschiedsgetränken zu Ende. Leider haben unsere anderen Freunde Feli & Julian ein Elektrikproblem in ihrem Wohnmobil! Sie sind allerdings zu weit weg, um ihnen persönlich zu helfen. Also können wir Julian, der sich mal wieder strukturiert und souverän um das Problem kümmert, nur fernmündlich die Daumen drücken.

Nun trennen sich für einige Zeit unsere Wege. Für die Schweizer geht es weiter Richtung Gibraltar und für uns zurück nach Granada. Dort hoffen wir, die beiden Pakete unserer Eltern abholen zu können. Wir machen einen Zwischenstopp bei einem großen Einkaufszentrum und essen ein spätes leckeres Mittagessen. In der Nähe des DHL Service Points finden wir einen Parkplatz und ich gehe hoffnungsvoll dorthin. Leider haben wir aufgrund technischer Probleme keine Möglichkeit der aktuellen Sendungsverfolgung über die DHL App. Also versuche ich es auf gut Glück und natürlich sind beide Pakete noch nicht eingetroffen! Wir bleiben jetzt für die Nacht hier in Granada. Anne bemüht wieder einmal Veronica, unseren spanischen Kontakt bei der DHL. Sie antwortet gewohnt schnell und verspricht uns zu helfen. Ich habe auch noch einmal mit der Iveco Werkstatt Kontakt aufgenommen, da der frisch gewechselte Keilriemen der Wasserpumpe quietscht. Wir können am nächsten Morgen vorbei kommen und die Mechaniker schauen mal nach. So früh waren wir alle schon lange nicht mehr startklar 🫣! In der Werkstatt wird sich sofort um den Keilriemen gekümmert – er musste noch etwas nachgespannt werden. Ohne das nervige Quietschen geht es wieder weiter. Zuerst zum DHL Depot Granada, aber dort sind die Pakete noch nicht eingetroffen. Danach zum DHL Service Point (die Lieferadresse für beide Pakete); auch dort kein Erfolg. Also weiter zum Lebensmittel einkaufen und neuen Stellplatz bei Granada anfahren und testen, ob der für eine Nacht gut ist. Dort angekommen, ist es an sich sehr schön und ruhig. Aber an den vielen Grillplätzen und überall drumherum liegt haufenweise Müll, obwohl es VIER große Mülltonnen gibt! Das trübt unseren Gesamteindruck vom Platz. Wir essen Mittag, Anne arbeitet noch etwas und die Jungs gestalten Osterdeko. Am frühen Abend kehren wir zum letzten Stellplatz zurück, denn dieser war absolut in Ordnung und befindet sich unweit des DHL Service Points. Dort frage ich sicherheitshalber nochmal nach, aber ohne Ergebnis. Veronica hat sich leider auch noch nicht gemeldet, also warten wir erneut auf unsere Pakete 🫤.

P.S.: wir haben übrigens erfahren, dass Julian den Fehler in der Elektrik des Wohnmobils gefunden und behoben hat. Klasse 👍🏻 wir freuen uns sehr!

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