Die 2 Tage in Stockholm waren aufregend, erlebnisreich, laut, bunt, interessant, lebendig, lehrreich und anstrengend.

So schön diese Stadt ist, wir sind einfach nicht mehr so viele Menschen gewohnt! Die Zeit, die Begegnungen und Erlebnisse waren wirklich sehr schön und wir alle haben es in vollen Zügen genossen. Doch nun freuen wir uns wieder auf ein bisschen mehr Natur und Ruhe.

Wir entscheiden uns für die Ostküste Schwedens als Reiseroute. Natürlich wird es immer schwieriger, einsame Orte zu finden, je südlicher wir kommen. Unser erster Übernachtungsplatz nach Stockholm ist ein kleiner Parkplatz direkt am Götakanal. Als wir ankommen, steht nur ein holländisches Paar mit ihrem LKW dort. Wir halten genügend Abstand und richten uns ein. Doch im Laufe des Abends erreichen immer mehr Wohnmobile diesen kleinen Spot und am Ende stehen wir mit 6 weiteren Fahrzeugen hier!! Wir überlegen kurz, ob wir weiter fahren, aber lassen es aufgrund der späten Stunde lieber sein. Solche Situationen hatten wir schon ein paar mal auf unserer Reise. Wir fragen uns dann immer, warum es oft so ein „Kuschelbedürfniss“ bei vielen Campern gibt!? Jeder ist zwar für sich im Wohnmobil, aber diese Gruppenbildung erinnert uns stark an kleine Campingplätze. Vielleicht frage ich die Anderen beim nächsten Kuscheln einfach mal.

Egal, am nächsten Morgen brechen die Meisten recht früh auf, sodass wir diesen schönen Platz am Götakanal noch in Ruhe genießen können. Allerdings hat doch ein schwedisches Paar im Wohnmobil direkt neben uns ihren Grauwassertank geleert und haben mit geöffneten Ablasshahn noch eine Spur hinterlassen beim losfahren! Unglaublich, dieses respektlose Verhalten gegenüber der Natur und anderen Menschen! Bei unserem nächsten geplanten Halt in der Nähe eines schönen Spielplatzes in einer kleinen Stadt zeigt sich, dass leider auch hier in Schweden das offensichtliche Fehlverhalten vieler Wohnmobilisten dazu geführt hat, dass Verbotsschilder aufgestellt werden, die „Camping“ verbieten und so das von uns praktizierte Freistehen unmöglich machen.

Also erst einmal zu Biltema auf den Parkplatz und eine Mittagspause einlegen 😂. Ich widerstehe dem Drang, hinein zu gehen und so nutzen wir den Zwischenstopp, um einen neuen Platz für die Nacht zu finden. Annes Recherchekünste sind wieder einmal erfolgreich und wir landen mitten in der Natur: ein langer Schotterweg führt uns durch Wälder und Wiesen zu einer kleinen Lichtung direkt am See. Es steht schon ein deutsches Paar mit Auto und Dachzelt dort. Wir überlegen kurz und Anne fragt die Beiden, ob sie etwas dagegen haben, wenn wir uns dazu stellen. So praktizieren wir das, denn wir versuchen immer, uns respektvoll gegenüber Anderen zu verhalten. Die Beiden haben keine Einwände und so rangiere ich unser Wohnmobil in Parkposition. Anne arbeitet noch etwas, während ich mit Kindern und Tieren die Umgebung erkunde. Auf unserem Spaziergang entdecken wir ein paar hundert Meter weiter einen ruhigen kleinen Platz auf einer Waldlichtung. Die Jungs haben hier einen großen Naturspielplatz, Janis und Jimi können draußen herum streunen und wir haben vielleicht die Chance, Elche zu sehen. Außerdem sind wir ganz alleine hier. Also zurück zum Wohnmobil und noch einmal umparken.

Es ist unglaublich ruhig und friedlich: die Jungs spielen noch eine Weile draußen, die Tiere laufen frei herum, Anne arbeitet und ich bereite die Pfannenpizza für unseren Filmabend vor. Eine herrliche Atmosphäre! Nur einen Elch entdecken wir leider nicht, haben dafür aber eine sternenklare Nacht.

Unsere Abfahrt aus dieser Naturidylle am nächsten Morgen verzögert sich, da Jimi einen ausgedehnten Waldspaziergang macht und nicht zurück zum Wohnmobil kommt! Nach über zwei Stunden Wartezeit mit rufen und suchen wächst die Sorge um unseren Kater. Wir fahren mit dem Wohnmobil die Schotterstraße langsam auf und ab. Da kommt er endlich angelaufen und die Erleichterung bei uns allen ist riesig.

Wir gönnen uns als nächstes Nachtlager einen Stellplatz in der Marina des kleinen Hafenortes Påskallavik. Das es Waschsalons hier in Schweden so gut wie gar nicht gibt, habe ich ja schon mal erwähnt. Und hier können wir für 200 Kronen (ca.20€) die Nacht Waschmaschine, Trockner und Dusche nutzen! Wir haben einen schönen Blick auf die Ostsee und werden auch die Möglichkeit der Ver-und Entsorgung nutzen. Alles in allem also ein sehr gutes Gesamtpaket. Zumal es nun in Südschweden wieder schwer wird, einsame und ruhige Plätze zu finden.

Heute wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Wir sind gespannt auf das Ergebnis und hoffen inständig auf ein besseres Ergebnis als in Sachsen-Anhalt! Ja, obwohl wir seit über 2 Jahren aus Deutschland abgemeldet sind und reisen, sind wir immer noch politisch interessiert und beobachten mit großer Sorge die Entwicklungen in unserem alten Heimatland.

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